CDU Walzbachtal lehnt den Windenergiepark am Heuberg ab

12/11/2020

Nach umfassender Recherche und Gesprächen hat die CDU ihre Position gefestigt und positioniert sich gegen den Bau der 5 Windenergieanlagen

Obwohl das Thema in der Öffentlichkeit schon länger präsent ist, hat sich die CDU Walzbachtal dazu entschlossen, sich fachlich intensiv mit dem Thema zu befassen. Neben einer Präsentation der EnBW im Gemeinderat wurde auch mit Experten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im Rahmen einer außerordentlichen Vorstandssitzung diskutiert.

Ziel der derzeitigen Landesregierung ist es, den Anteil an Windenergie im bestehenden Strommix auf 10% bis 2030 zu erhöhen. Derzeit liegt der Anteil bei 3,8% und wird mit dem Betrieb von 730 Anlagen (Stand Ende 2019) erreicht. Die geplanten 5 Anlagen in Weingarten werden die größten Deutschlands sein mit einer Nabenhöhe von 166m und einer Gesamthöhe von 247m. Dennoch  liefern sie einen zusätzlichen Anteil von nur lediglich 0,08 – 0,1%.

Betrachtet man die Entwicklung der Zunahme an Windenergieanlagen in Baden-Württemberg, stellt man fest, dass die Zunahme seit 2017 stagniert. Dies ist u.a. aufgrund der noch übrig gebliebenen und zur Verfügung stehenden Flächen in windschwachen Regionen zurückzuführen.

Angelehnt an die Windgeschwindigkeiten, produziert die geplante Anlage am Heuberg lediglich nur 17% des Stromertrags, die eine gleiche Anlage an der Nordsee produzieren würde. Um den gleichen Stromertrag wie an der Nordsee zu erreichen, müsste man in Karlsruhe und Umgebung die 5,8-fache Anzahl an Anlagen bauen. Das bedeutet aber auch, dass die spezifische Umweltbelastung pro kWh sich um diesen Wert erhöht.

Baden-Württemberg gehört zu den windschwächsten Regionen in Deutschland. Das ist wissenschaftlich bewiesen worden und im Windatlas (2014) mit folgender Aussage vom TÜV Süd festgehalten: Windkraftanlagen sind im Kraichgau nur sehr bedingt wirtschaftlich zu betreiben. Eine Aussage, die vom Umweltminister Franz Untersteller  unterschrieben wurde. Diese Aussage wurde im Windatlas von 2019 bestätigt, indem festgestellt wurde, dass aufgrund der Lage keine hohen Windgeschwindigkeiten im Kraichgau zu erwarten sind.

Wenn wir den Regionalplan Mittlerer Oberrhein und die Teilfortschreibung „Windenergie“ betrachten, so sehen wir hier ein weiteres Problem. Alle Umweltauswirkungen im Umweltbericht basieren auf einen veralteten Stand der Technik, denn die Höhe der Referenzanlage, auf die die Teilfortschreibung aufgebaut ist, beträgt lediglich 100m. Somit eine deutliche Abweichung zur geplanten Anlage. Neben den Umweltauswirkungen wie Lärm, Bodenschwingungen Naturschutz, ist auch eine bauhöhenbedingte Dominanz und optisch bedrängte Wirkung der geplanten Anlage aufgrund der Nähe zu Jöhlingen nicht zu unterschätzen.

Grundsätzlich steht die CDU Walzbachtal mit Blick auf den Klimawandel und deren Folgen zu einer Erneuerbaren Energie Strategie und fordert effiziente Windenergieanlagen. Stellt man aber den zu erwartenden Stromertrag und den Aufwand ins Verhältnis zu den umweltrelevanten und wirtschaftlichen Auswirkungen, so sehen wir den Anlagenbau in Weingarten als unverhältnismäßig an und sehen öffentliche Belange massiv betroffen. „Windenergieanlagen sind aus unserer Sicht sinnvoll aber dort zu errichten, wo ein hoher Stromertrag zu erwarten ist.  Daher lehnen wir den Bau eines ineffizienten Windenergieparks in Weingarten kategorisch ab“, so Michael Plauman, Vorsitzender der CDU Walzbachtal.

Text: Tino Villano

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