4. Dialog Forum – Fachkräftemangel

11/12/2022

Die Bundesagentur für Arbeit zum Vortragsabend in Walzbachtal

Neben den aktuellen Krisen, ist eine weitere nicht zu unterschätzen: Fachkräftemangel.

Da Walzbachtal eine breite Gewerbestruktur mit über 80 Betrieben hat, ist auch dieses Thema für die Unternehmen ein akutes Risiko. Stellen können nicht wiederbesetzt werden, wenn bspw. jemand in Rente geht oder den Arbeitsplatz wechselt. Auch können Unternehmen nicht wachsen, da ihnen schlicht die Fachkräfte fehlen. Aus diesem Grund und auch aus Gesprächen mit Betreibern, hat die CDU Walzbachtal die Bundesagentur für Arbeit (BA) eingeladen. „Unser Anspruch war es, überparteilich Interessierten und Betreibern die aktuelle Situation bewusst zu machen und die Unterstützungsmöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit näher zu bringen“, erklärt Tino Villano, Vorsitzender der CDU Walzbachtal.
Der sehr gut gefüllte Veranstaltungsraum der Naturfreunde Jöhlingen zeigte deutlich, wie groß das Interesse bei diesem Thema ist. Die BA wurde sehr professionell durch Angelina Kehrbeck (Teamleiterin Arbeitgeberservice) und Sarah Jeck (Weiterbildungsförderung) vertreten.


Es wurde dargelegt, dass aktuell die Arbeitslosenquote in Bezirk Karlsruhe-Rastatt 3,7% beträgt. „Am Beispiel der Industriemechaniker-Ausbildung sieht man die Brisanz – Auf 182 gemeldeten Ausbildungsplätzen kommen lediglich 118 Interessenten“, wies Angelina Kehrbeck hin. Ob diese den Anforderungen entsprechen bzw. ob diese dann auch die Ausbildung antreten und durchziehen, lässt sich derzeit noch nicht sagen. „Auf der einen Seite werden die schulischen Voraussetzungen immer weniger erfüllt und andererseits hält der Trend zum Abitur und Studium weiter an, wodurch Fachkräfte in klassischen Ausbildungsberufen fehlen“, stellt Jutta Belstler, Fraktionsvorsitzende fest.
Kehrbeck verwies auf weitere Einflussgrößen – den sogenannten Megatrends – die den Fachkräftemangel noch verstärkt. Hier lassen sich vier Trends festhalten: 1. Demografischer Wandel, 2. Strukturwandel, bspw. durch Klimawandel, Digitalisierung und Transformation initiiert, 3. Steigende Anforderungen an Flexibilisierung und Individualisierung und 4. Soziale Ungleichheit.
Arbeitgeber zu unterstützen, Strategien zu entwickeln und Personal gezielt weiterzuentwickeln, ist u.a. Ziel.
Die Aufgabengebiete des Arbeitgeberservice umfassen die Beratung von Arbeitgebern (Arbeitsmarktberatung + Qualifizierungsberatung), stellenorientierte Vermittlung, Abwicklung von Arbeitserlaubnisverfahren und die Bearbeitung von Förderungen (Eingliederungszuschuss, Beschäftigtenförderung). Ergänzend zu der Beratung von Arbeitgebern, hat die BA die Berufsberatung im Erwerbsleben (BBiE) ins Leben gerufen, die Beschäftigte aufgrund der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt zu Qualifizierungsmöglichkeiten berät. Durch dieses Angebot einer „Lebensbegleitenden Berufsberatung“ soll dem Fach- und Arbeitskräftemangel entgegengewirkt werden. Hierbei arbeiten der Arbeitgeberservice und die BBiE Hand in Hand.
Auf ein Projekt verwies Kehrbeck stolz: Der Diamant im Unternehmen (www.diamantimunternehmen.de)! Eine Maßnahme zur Fachkräftesicherung ist die Förderung von Beschäftigten.
Auf die Fachkräftesicherung durch eine gezielte und erhöhte Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus Drittstaaten wurde ebenfalls eingegangen.
Bei der anschließenden regen und konstruktiven Diskussion, wurden seitens der anwesenden Unternehmen die vorgestellten Maßnahmen mit Interesse aufgenommen.
„Die Ursachen des Fachkräftemangels sind komplex und vielschichtig, aber gezielte fachliche Unterstützung durch die BA ist vorhanden“, resümiert Villano zum Abschluss und verwies die Anwesenden bei Bedarf und Notlage sich unbedingt an die BA zu wenden.

Tino Villano
Vorsitzender CDU Walzbachtal

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